Hundesportverein SV OG Uerdingen

 

Chronik des Hundesportvereins Uerdingen
(erstellt zum 90jährigen bestehen)

 

Ob wir im Jahre 2013 das 90jährige Bestehen des Hundesportvereins Uerdingen zu recht begehen oder ob wir uns bereits im Jahre neunzig plus eins befinden, lässt sich nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen.
Irgendwann – der Zeitpunkt lässt sich nicht angeben – müssen die Unterlagen des Vereins komplett verschollen sein und so sind wir auf Kopien von Zeitungsausschnitten angewiesen, die über manche Zeitabschnitte nur recht spärliche Aussagen zulassen und teils nur handschriftlich durch Randnotiz datiert sind[1].
Exakter und detaillierter lassen sich lediglich die circa letzten 15 Jahre belegen und beschreiben.

Einige Feststellungen aber lassen sich schon vorab nach flüchtiger Durchsicht der Unterlagen für weite Strecken des Vereinsbestehens treffen:
Der Hundesportverein Uerdingen, der in seiner Geschichte unter mehreren Namen firmierte – was im Folgenden noch dargelegt wird – stellte zu allen dokumentierten Zeiten einen aktiven und rührigen Verein dar, der durch gute und teilweise herausragende sportliche Leistungen auffiel, die auch in der Presse ihre Würdigung fanden.
Kontinuierlich war man um Öffentlichkeitsarbeit bemüht und auch wenn sich die Ansichten darüber im Laufe der Zeit gewandelt haben, trat man zu jeder Zeit für artgerechte Hundehaltung und dem Tieradäquate Arbeit und Ausbildung ein.
Trotz der spärlichen Quellenlage ist es beeindruckend zu sehen, wie es Hundesportbegeisterten gelang, auch über schwierigste Zeiten wie Inflation, Weltwirtschaftskrise, Kriegszeiten und deren schwere Folgejahre den Hundesport und den Verein immer wieder zu neuer Blüte zu bringen.

Aber zurück zu den Anfängen!

Das 50jährige Bestehen wurde 1973, das 75jährige entsprechend 1998 begangen, was auf ein Gründungsdatum im Jahre 1923 schließen ließe. Einer späteren, nicht datierten Quelle zufolge können wir aber entnehmen, dass der Erste Deutsche Polizeihund-Verein, Zweigverein Uerdingen (PHV) am 20. Januar 1922 in den Akten erscheint.
Leider ist uns nur das Titelblatt der Satzung dieses Vereins in einer recht schwachen Kopie erhalten.

 

Deutschlandweit zählte der PHV zu dieser Zeit schon circa 11000 Mitglieder, eine beein­druckende Anzahl in Zeiten ohne Fotokopierer, Fax und Internet.
Der Übungsplatz des Polizeihund-Vereins befand sich in der Gegend des heutigen Lüneburger Weges und der Mecklenburger Straße.
Schon am 15. Oktober – das Jahr 1922 ist am Zeitungs­ausschnitt handschrift­lich er­gänzt – tritt der Verein öffentlich mit Suchübungen auf der Kirmeswiese und
mit Vorführungen auf dem Fußballplatz des FC Uerdingen an der Ringstraße in Erscheinung.

 

 

 

 

Die Ankündigung in Form einer kurzen Zeitungsnotiz schließt mit dem Satz:
Bei dem großen Interesse, welches heute besonders dem deutschen Schäferhund und dem Polizeihund als wachsamer und treuer Begleiter entgegengebracht wird, dürfte die Vorführung wohl manchen Hundeliebhaber zum Besuche der Vorführung veranlassen.
Aus einer anderen Zeitungsnotiz zu diesem Ereignis geht hervor, dass es damals wohl durchaus nicht unüblich war, Hunde von unter einem Jahr auf Prüfungen zu führen.

Die nächsten Angaben zitiere ich mangels Unterlagen aus der zweiseitigen Kurzchronik, die zum 50jährigen Bestehen erstellt wurde (Verfasser nicht namentlich bekannt):
Anlässlich der Rheinischen Jahrtausendfeier Uerdingen am Rhein, verbunden mit der zweiten Turn- und Sportwoche vom 4. bis 12. Juli 1925, trat der Uerdinger Verein am Sonntag, dem 5. Juli 1925, mit einer Prüfung von Polizei- und Schutzhunden im Kaiser-Wilhelm-Park, mit der Beteiligung am Festzug durch die Stadt, und am Nachmittag des selben Tages mit Einzel- und Gruppenvorführungen auf dem „Röttgen“ in die Öffentlichkeit. Hiervon kündigt eine Festschrift, die im Ehrenausschuß bekannte Uerdinger Namen aufweist, auch Reichsminister a.D. Dr. Adenauer ist aufgeführt.

Der beste Uerdinger Hund jener Tage, der Deutsche Schäferhund Rolf, wurde von seinem Besitzer, dem Vereinsschriftführer Jakob Alt, bei der Reichssiegerprüfung in Heidelberg vorgeführt, auch Damen gehörten dem Hundeverein an, Frau Mehnert erzielte mit Astor v.d. Kanonenburg beachtliche Erfolge.

In den Unterlagen klafft dann eine Lücke bis ins Jahr 1941.

Der auf uns überkommene Zeitungsausschnitt bezieht sich nicht speziell auf den PHV, wird aber mit Sicherheit auch heute noch das Herz engagierter Hundeführer mit Schrecken erfüllen. Sämtliche registrierten Hundehalter wurden im Oktober 1941 aufgefordert, ihre Hunde mit Namensbaum, gemeint war die Ahnentafel, vorzustellen, damit daraus Melde- und Sanitätshunde für die Kriegsverwendung ausgewählt werden konnten. Überschrieben ist der Artikel mit der verharmlosenden Überschrift „Stelldichein mit viel Gebell“.

Bei den nächsten Angaben sind wir wieder auf die Kurzchronik von 1973 angewiesen:
In späteren Jahren wurde das Übungsgelände zur Antonshöhe im Heesbusch verlegt. Der letzte Krieg forderte Opfer von Mensch und Tier; aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, sammelten sich die verbliebenen Sportfreunde um Herrn Giskes und 1947 wurden die Vereinsbildungen wieder erlaubt. Herr Josef Hinsenkamp und seine Vorstandskameraden, die Herren Willi Schepers, Heinrich Buss und Otto Buss, widmeten sich eifrig dem Wiederaufbau des Zweigvereins Uerdingen im Deutschen Verband für Gebrauchshundvereine (DVG).

Die nächste Nachricht von Vereinsaktivitäten datiert aus der RP vom 1.9.1953:
Die Landesgruppenausleseprüfung der Polizei- und Schutzhunde, die dem Zweigverein Uerdingen übertragen wurde, begann unter der Gesamtleitung von Josef Hinsenkamp.
Es nahmen 22 Hunde teil. Wie heute bestand die Prüfung aus drei Abteilungen, nämlich Fährtenarbeit, Unterordnung, Schutzdienst, damals noch als „Mutproben“ bezeichnet.
Es siegte der Uerdinger Hundeführer Lambert Bones mit Axel von Mirbach. Mit Hunden, die die erforderliche Punktzahl nicht erreichten, ging man in der damaligen Presse wenig freundlich um und bezeichnete sie als „Versager“.

In allen Zeitungsberichten dieser Zeit – und auch der Vorkriegszeit – stand in den ersten Sätzen zu lesen, wo man sich abends zur Siegerehrung und zum gemütlichem Beisammensein traf. Das Vereinsleben hatte in diesen Tagen eben noch einen erheblich höheren Stellenwert als heute.

Aus Anlass des 700jährigen Stadtjubiläums von Uerdingen zogen die Mitglieder des Hundesportvereins mit ihren Vierbeinern am 11.9.1955 beim großen Festumzug mit durch die Stadt.

Wegen dieses Jubiläums wurde dem Verein auch die Ausrichtung der Verbandssiegerprüfung übertragen, die am 1./2. Oktober 1955 auf dem Sportplatz an der Krefelder Straße durchgeführt wurde.
Unterordnung und Schutzdienst fanden vor bis zu 3000 Zuschauern im Uerdinger Stadion statt. Die Zufahrtsstraßen zur Wettkampfstätte seien auf weiten Strecken mit parkenden Autos besetzt gewesen, wird berichtet. (Und das bei dem KFZ-Aufkommen der 50er Jahre!)
Voller Hochachtung und Erstaunen berichtet der Redakteur der Rheinischen Post, dass es möglich sei, Hunde auch lediglich über Sichtzeichen zu führen.
Nicht nur bei derartigen Großereignissen schien es in den damaligen Jahren üblich zu sein, dass Bürgermeister und Honoratioren der Stadt den Vorführungen zumindest zeitweise beiwohnten und abends bei Feierlichkeiten und Siegerehrung zugegen waren.

 

 

Im Jahre 1958 schließt sich der Verein dem neugegründeten Deutschen Schutzhund-Verein (DSV), vormals PHV, an.
Der Ortsverein erfreut sich regen Zulaufs und für das Jahr 1962 existiert die Angabe, dass 34 Hunde sich in Ausbildung befanden.
Ein Jahr später übergibt Herr Josef Hinsenkamp den Vereinsvorsitz an Wilhelm Kirchenkamp.

 

 

Der 1.Vorsitzende Wilhelm Kirchen­kamp gratuliert dem Ehrenvorsitzenden Franz Neuß zu des­sen
65. Geburtstag im Juni 1963.

 

 

 

 

Am 6./7. Juli 1963 wurde der erste Kurzlehrgang für Ausbildungswarte und Helfer mit der beachtlichen Anzahl von 27 Teilnehmern  durchgeführt.

„Gastgebender Verein war der OV Krefeld-Uerdingen, der hierfür seine vorzügliche Platzanlage und sein Vereinsheim zur Verfügung stellte“, heißt es in der Zeitungsnotiz.

Anlässlich eines Vergleichskampfes am 10./11.8. 1963, an dem auch ein holländischer Verein teilnahm, merkte der Redakteur erstaunt und nicht ohne Lokalstolz an, dass auch Hundesportplätze über Flutlichtanlagen verfügten. Er tat dies jedoch nicht im Rahmen einer Schilderung sportlicher Ereignisse, sondern bemerkte amüsiert, dass die Gäste aus dem Nachbarland am Samstag zu mitternächtlicher Stunde unter Flutlicht auf dem Platz eine Polonäse veranstalteten und mit ihren Damen das Tanzbein schwangen.

Zu Beginn der sechziger Jahre stach aus dem Uerdinger Verein die DSH-Hündin Anke von Anubis mit ihrem Führer Wilhelm Kirchenkamp auch über die engeren Grenzen des Umfeldes mit exzellenten Leistungen hervor. Auf der DSV-Siegerprüfung belegte sie zweimal den zweiten und einmal den dritten Platz.
Der Uerdinger Verein muss sich in dieser Zeit als sehr rührige Gemeinschaft profiliert haben und konnte mehrfach Vergleichskämpfe auf Landesebene ausrichten, wie am 20. November 1966 die Landesverbands-Fährtenhundprüfung des DSV.

Bereits am 8. November 1965 war der Pachtvertrag für das Gelände am Rundweg unterzeichnet worden. Im Folgejahr wurden die Vorbereitungen für die Platzverlegung getroffen. Herr Günter Lohmar übernahm den Vorsitz des Vereins.

 

 

Am 29./30. April 1967 wurde mit großen Feierlichkeiten und einem Städtewettkampf – es wurden über 30 Hunde vorge­führt-  die neue Platzanlage mit Vereinsheim am Rundweg einge­weiht. Die Mitglieder waren stolz darauf, ohne fremde Zuschüsse das alles in circa 7000 Arbeitsstunden geschaffen zu haben.
Sieger dieser Veranstaltung wurde der in diesen Jahren wohl nicht nur regional überragende Uerdinger DSH Bodo von der Gunstenheide mit seinem Führer Horst Odenbach. Bodo von der Gunstenheide war immerhin dreimaliger Gewinner der DSV-Siegerprüfung und als er Ende 1970 in den hundesportlichen Ruhestand ging, hatte er in Prüfungen über 60 Mal das Prädikat „vorzüglich“ erhalten.
Doch das Jahr 1967 hatte noch weitere hundesportliche Höhepunkte zu bieten. Nach 1955 durfte man  vom 8. – 10. September 1967 zum zweiten Male die Bundessiegerprüfung des deutschen Verbandes für Gebrauchs- und Polizeihunde durchführen.
Gekrönt wurde diese Veranstaltung für die Uerdinger durch einen Sieg von Bodo von der Gunstenheide.
Schon  im Jahre 1968 wurde wegen der recht stark gestiegenen Mitgliederzahl das Vereingelände um 400 m²  erweitert.

Das Jahr 1969 wartete mit einem neuerlichen Höhepunkt auf!
Der „Städtewettkampf für Schutzhundemannschaften aus NRW um den Willi-Vermeulen-Gedächtnis Wanderpreis“, so die offizielle Bezeichnung, wurde am 14./15. Juni durchgeführt. Es muss sich um eine regelrechte hundesportliche Großveranstaltung gehandelt haben, die einen derartigen Zuspruch fand, dass eine Tribüne mit Sitzplätzen aufgestellt werden musste.
Der davon berichtende Zeitungsartikel ist überschrieben mit die „Größte Leistungsschau in der Bundesrepublik“.
Es nahmen 34 DSH, 12 Rottweiler und 2 Riesenschnauzer teil.

Und nur wenige Wochen später belegte eine aus drei Teams bestehende Uerdinger Mannschaft den ersten Platz unter 13 Konkurrenten – es waren also 39 Hunde zu richten – beim Kampf um den Bürgermeister-Pilarczyk-Pokal in Rumeln. Die entscheidenden Punkte zum Sieg steuerte erneut Bodo von der Gunstenheide bei.

 

 

In diesem Zusammenhang sei noch einmal darauf hingewiesen, welch bemerkenswertes Interesse in der Presse dem Hundesport zu diesen Zeiten in Form von kurzen Notizen, Ankündigen aber auch ausführlichen Artikeln entgegengebracht wurde.

Spitzenhunde des Uerdinger Vereins waren zu Beginn und Mitte der siebziger Jahre Quantor aus der Kalahari (DSH), derleider 1976 im Alter von sechs Jahren an einer Magendrehung verschied (HF Theo Bahnen); des weiteren wäre Graf vom Hof Pieper (DSH) mit seinem Hundeführer Theo Belles zu nennen. Graf war 1971 Erstplatzierter bei der DSV-Siegerprüfung.

 

 

Jahr 1973 muss für den Hundesport­verein Uerdingen ein enormer Kraftakt gewesen sein, für Mitglieder, Organi­sa­­toren und Vor­stand. Anfang Juni wurde erneut der „Willi-Vermeulen-Gedächt­nis-Wander­preis aus­getragen; am Start waren 60 Schutz- und Sport­hunde.

 

Man feierte das 50jährige Vereins­be­stehen. Aus diesem Grunde wurde dem Uerdinger Hundesportverein erneut die Ehre zuteil, am 25./26.8.1973 die 15. DSV-Siegerprüfung auszurichten.

 

Nur vier Wochen später richteten „die Uerdinger“ die Krefelder Stadtmeisterschaft mit erneut circa 30 Teams aus.
Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen steht ein inhaltlich interessanter Zeitungsartikel in der Rheinischen Post. Er berichtet, dass der Begriff Dressur in Hundesportkreisen mittlerweile verpönt sei, sondern von Ausbildung gesprochen
werde, dass keine Gewalt gegenüber dem Hund angewendet werden dürfe und dass die Ausbildung des Hundes von der Intelligenz des Hundeführers(!) und des Hundes abhängig sei.

 

Erkennt man es noch?  Das Vereinsheim im Jahre 1973

 Etwa zu dieser Zeit müssen die Planungen für die Überdachung der Terrasse begonnen haben.

 

Horst Odenbach mit Fello von der Erpa, K.-H. Cremers mit Canera vom Annekenberger Land, Theo Belles mit Graf vom Hof Pieper (Frühjahrsprüfung 1974)

 

Im Jahre 1974 hatte der Verein 85 Mitglieder, davon 12 Jugendliche. Einem Bericht aus diesem Jahre lässt sich entnehmen, dass man den Abbruch des alten Klärwerks gerne sehen würde, um das Vereinsgelände erweitern zu können.
Heute – rund 50 Jahre später –  steht dieses Gebäude unter Denkmalschutz und konnte noch keiner sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Am 9.6.1975 wurde zum neunten Male um den „Willi-Vermeulen-Gedächtnis-Wanderpreis“ gekämpft. Es wurden 46 Hunde dabei zur Prüfung  geführt. Neben  guten Leistungen in diesem Bereich waren zwei Rauschgiftsuchhunde (ein DSH und ein Cocker Spaniel) vom Zollamt des Düsseldorfer Flughafens die Attraktion des Tages. Im Zeitungsbericht wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Zollbeamten das zu suchende Haschisch selbst mitgebracht hatten.

 

 

Ein leider undatierter Zeitungsausschnitt, der aber nur wenig jünger sein kann, also auch noch in die 70er Jahre fallen muss, berichtet über erneute Austragung des  gleichen Wander­preises. Es ist von 50 Teams aus 16 Städten zuzüglich einer Mannschaft aus Berlin – damals noch von DDR-Gebiet umgebene Exklave – die Rede. Pausenattraktion dieser Veran­staltung waren mehrere Dackel aus dem Uerdinger Hundeverein, die Treppenleitern hinaufkletterten, über Hürden sprangen und über Laufstege balancierten – waren das schon die ersten zaghaften Vorläufer von Agility?

Die Teilnehmerzahlen bei Prüfungen können bei uns heutzutage nur Staunen und Bewunderung hervorrufen. Im Juni 1976 wurde ein Vergleichskampf mit 56 Hunden durchgeführt.

 

Heute trüge er eine Schirmmütze statt Hut!

 

Unter ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Rütten beschließen die Mitglieder, dem SV beizutreten und mit Wirkung vom 18.4.1986 wurde der Verein in eine Ortsgruppe im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) umgewandelt und trägt seither den Namen SV OG Uerdingen als Mitglied der Landesgruppe Nordrheinland (LG 05) mit der Ortsgruppennummer 529.

 

 

So konnte bereits 2011 die 25jährige Mitgliedschaft im SV begangen werden.

 

Von 1992 bis 1997 übernimmt mit Rita Symons erstmals eine Frau den Vorsitz, von 1997 bis 2004 wird der Verein von Erika Nauen geführt und seit 2004 ist Ursel Cochems 1.Vorsitzende der SV OG Uerdingen.

 

 

Am 5.September 1998 beging man das 75jährige Vereins­bestehen mit einem Tag der offenen Tür und zeigte den Gästen Vorführungen in Agility und Unterordnung.

Auch nach der Jahrtausendwende bestanden die Angebote des Vereins in Unterordnung, Fährtenarbeit, Schutzausbildung, Welpenspielstunde, sowie Agility, auf das später noch ausführlicher eingegangen werden soll und seit Ende 2011 auch Obedience.

Aber der rein sportliche Gesichtspunkt ist nicht alleiniger Teil der Arbeit und Beschäftigung unserer Mitglieder. Es war und ist dem Verein kontinuierlich ein besonderes Anliegen, für artgerechten Umgang mit Hunden zu werben und in der Öffentlichkeit, auch wenn Presseunterstützung heutzutage schwierig zu erhalten ist, für ein positives Bild des „besten Freundes des Menschen“ einzutreten.

So werden von einigen Vereinsmitgliedern mit mehreren Hunden seit 2005 in Abständen von circa 6 Wochen Besuche im Senioren Zentrum Krefeld durchgeführt und die Bewohner mindestens zweimal jährlich zu einem Nachmittag bei Kaffee und Kuchen auf die Terrasse des Vereinsheims eingeladen, um den Hunden bei der Arbeit zusehen zu können.

 

 

Schulklassen werden eingeladen, um Ausbildungsmöglichkeiten vorgeführt zu bekommen und Nähe zum Tier erleben zu kön­nen.

 

Regelmäßig finden Tage der offenen Tür statt, sowie unterschiedliche Aktivitäten zum Tag des Hundes jeweils Anfang Juni.

 

 

2012 und 2013 nahmen Vereinsmitglieder in Hundekostümen mit „rollenden Hundehütten“, in denen sich das Wurfmaterial befand, unter dem Motto „Hewau“ am Uerdinger Karnevalsumzug teil.

 

Am 26. April 1997 begann eine neue Ära:
Agility hielt als Hundesportart Einzug in die OG Uerdingen

 

Agility-Anfänge

Selbst die größten Optimisten konnten wohl zur damaligen Zeit nicht ahnen, welche rasante Entwicklung dieser Hundesport binnen kurzer Zeit allgemein und auch in unserer Ortsgruppe nehmen würde.
Es begann mit selbstgebauten Geräten aus gestifteten Materialien, aber schon im September 2000 wurde das dritte Agilityturnier ausgerichtet.

 

Dieser Sport erfreut sich größter Beliebtheit und brachte Zulauf an Mitgliedern und Trainingsgästen.
Und auch in diesem Bereich können sich die Leistungen durchaus sehen lassen.
2006 gelang der Aufstieg in die Agility-Bundesliga, wurde aber wegen der damit verbundenen weiten Anfahrten nicht wahrgenommen. Im Jahre 2010 glückte die Qualifikation erneut, der ein dritter Platz in Gruppe Nord folgte, dem sich in 2012 leider der Abstieg anschloss.
Den Ortsgruppenpokal der Landesgruppe Nordrheinland (LG 05) gewannen die Uerdinger in 2007, 2011, 2012 und belegten in den Jahren 2009 und 2010 jeweils den zweiten Platz.
Im Jahre 2011 gewann Matthias Pardeyke mit Cabo unter 100 Konkurrenten den Mera-Dog-Cup in Twisteden und unser Jugendlicher Pascal Wittig belegte im gleichen Jahr beim JJM-Cup in Broichweiden den ersten Platz.
Und auch im DSH-Bereich ist der Verein im Agility erfolgreich vertreten. Melanie Lünnemann führte Chico vom Steckenpferd (Besitzerin U. Cochems) 2011 und 2012 erfolg¬reich auf der BSP.

Der „Größte“ im Uerdinger Agility war aber ein ganz Kleiner!
Erfolgreichster Agility-Hund unserer bisherigen Vereins-geschichte war der Jack-Russel-Terrier Robin mit seiner Hundeführerin Mona Schilling.
Er gewann 2004 den Nordrheinland-Cup, 2010 den Mera-Dog-Cup, nahm einmal an der EO, zweimal an den German Classics und dreimal an der DM teil.
Ende 2011 ging er hundesportlich „in Rente“.

 

Robin in Aktion

 

Derzeit trainieren über 30 Mensch-Hund-Teams in allen drei Größen- und Leistungsklassen zu unterschiedlichen Übungszeiten auf dem Platz am Rundweg.

Statements in der Politik beginnen oft mit dem Satz: Wir sind gut aufgestellt!
Für die SV OG Uerdingen ließe sich Vergleichbares sagen:
Ein Verein mit Tradition, auf einem adäquaten Gelände, einem schönen Vereinsheim, einer ständig wachsenden Mitgliederzahl, einer beachtlichen Anzahl an Trainern und in allen sportlichen Bereichen mit Hunden, die entweder ihr Können schon unter Beweis gestellt haben oder zu Hoffnungen Anlass geben.
Und die Aktivitäten, die uns aus den zurückliegenden Jahrzehnten entgegenleuchten, sind keineswegs Geschichte.
Auch in diesem Jahr werden 6 Agilityturniere, ein Obedience-Turnier, voraussichtlich 2 Hundeprüfungen, sowie als vorläufigem Höhepunkt die DJJM im April 2013 durchgeführt.
(K.W.2013)

 

Plakat der Landesgruppenausscheidungskämpfe am 30.8.1953…

 

…und eine originelle Werbeidee für die Veranstaltung.

[1] An einigen Stellen mussten Angaben aus der Kurzchronik zum 50jährigen Bestehen übernommen werden. Nur längere Passagen wurden dabei kenntlich gemacht. Es hat den Anschein, dass zu dieser Zeit noch aus anderen Quellen geschöpft werden konnte. Allerdings sind auch einige nicht korrekte Angaben darin enthalten.